Die Halde Beckstraße: Vom Bergbau-Abfall zum Aussichtspunkt
Die Halde Beckstraße im Bottroper Stadtteil Batenbrock ist ein künstlicher Hügel im Ruhrgebiet. Ganz oben steht der Tetraeder. Aber auch ohne das berühmte Stahlgerüst ist sie ein spannendes Stück Industriegeschichte. Entstanden ist dieser künstliche Berg zwischen 1969 und 1993. In dieser Zeit wurde dort der sogenannte „Abraum“ aufgeschüttet. Das ist im Grunde das Gestein, das bei der Steinkohleförderung der Zeche Prosper-Haniel quasi als Nebenprodukt anfiel und irgendwo gelagert werden musste.
Was heute wie ein natürlicher Berg aussieht, ist in Wirklichkeit ein Haufen aus rund 12 Millionen Kubikmetern Gestein. Dass wir dort heute spazieren gehen können, verdanken wir der Internationalen Bauausstellung Emscher Park, die ab 1989 dafür gesorgt hat, dass solche Industriebrachen begrünt und für uns alle zugänglich gemacht wurden.
Ein echter Riese im Revier
Wenn man davor steht, merkt man erst, wie gewaltig diese Halde Beckstraße eigentlich ist. Sie gehört zu den größten Erhebungen in der ganzen Region. Die Kuppe der Halde liegt etwa 114 bis 120 Meter über dem Meeresspiegel. Im Vergleich zum umliegenden Stadtgebiet ragt sie gute 70 bis 80 Meter in die Höhe. Das ganze Areal erstreckt sich über eine Fläche von rund 33 Hektar. Eine Besonderheit ist ihre Form als sogenannte „Tafelhalde“.
Sie hat oben ein relativ flaches Plateau, ideal als begehbarer Aussichtspunkt. Manche Besucher vergleichen das Gefühl dort oben mit einer Mondlandschaft. Auf dem Plateau findest du vier Panoramatafeln, die dir genau erklären, welche Landmarken (wie das Alpincenter, der Gasometer Oberhausen oder die Arena auf Schalke) du in der Ferne sehen kannst.
Wie kommt man auf die Halde Beckstraße?
Wenn du die Halde besuchst, musst du dich entscheiden, wie sportlich du den Aufstieg angehen willst. Es gibt im Wesentlichen zwei Wege nach oben. Für die Hartgesottenen gibt es die „Direttissima“: Das ist eine markante Stahltreppe an der Südseite, die schnurgerade den Hang hinaufschießt. –> Tetraeder Bottrop Treppen. Wer die 387 Stufen nimmt, merkt die Steigung der Halde sofort in den Waden, ist aber auch am schnellsten oben. Wenn du es lieber entspannt magst, nimmst du die asphaltierten Serpentinenwege. Diese winden sich in weiten Kurven den Berg hoch und sind deshalb auch bei Joggern, Radfahrern oder Eltern mit Kinderwagen extrem beliebt.
Natur und Freizeit direkt auf dem Berg
Es ist schon faszinierend: Obwohl die Halde ursprünglich aus „totem Gestein“ besteht, hat sich die Natur das Gelände längst zurückerobert. Heute ist die Halde ein wichtiges Biotop. An den dicht bewachsenen Hängen und auf dem parkähnlichen Plateau findest du spezielle Pionierpflanzen, die wunderbar mit dem eher kargen, dunklen Boden zurechtkommen.
Für Freizeitsportler ist die Halde ein Mekka. Neben dem jährlichen Treppenlauf sieht man hier jeden Tag Mountainbiker und Wanderer. Aber auch die Kultur kommt nicht zu kurz. Neben dem Tetraeder gibt es immer wieder Kunstaktionen zu entdecken, weshalb die Halde auch ein fester Bestandteil der „Route der Industriekultur“ ist. Einmal im Jahr findet hier oben sogar ein Streetfood-Festival statt – das Streetfood Picknick.
Was du für deinen Besuch der Halde Beckstraße wissen solltest
Die Halde Beckstraße ist 24 Stunden am Tag frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Du kannst also jederzeit losziehen. Parken kann man ganz bequem direkt an der Beckstraße in Bottrop. Besonders zum Sonnenuntergang oder nachts (wenn der Tetraeder beleuchtet ist), kannst du eine besondere Simmung erleben. Schau mal hier die Bilder Tetraeder Bottrop nachts.
Ein kleiner Tipp von mir noch am Rande: Im Sommer kann es auf dem Plateau richtig heiß werden. Da es dort oben kaum Schatten gibt und der dunkle Boden die Sonnenwärme speichert, fühlt es sich manchmal an wie in einer kleinen Wüste. Ein Getränk im Rucksack ist also definitiv eine gute Idee!
Weiterführende Links und Informationen
- hier kannst du perfekt am Tetraeder Bottrop parken
- alles über die Tetraeder Öffnungszeiten
- wissenswert über den Tetraeder Bottrop
- Aussichtsberg in der Pfalz, der Teufelstisch
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